Alles ausgebucht!

Alles ausgebucht!
Die Blütezeit des Tourismus in Türnitz

Bis heute gilt die Sommerfrische als Synonym für „Urlaub wie früher“. Einen Sommer wie damals, den beschwören Touristiker neuerdings wieder, wenn es darum geht, Ferien in Österreich zu bewerben. Das, wovon die Fremdenverkehrs-branche heute nur noch träumen kann, das galt vor 40, 50 Jahren in Türnitz noch als Selbstverständlichkeit. Zudem gab es einen bedeutenden Wintertourismus, der mit dem Bau des Eibl-Liftes 1951 noch verstärkt wurde. Bald schon sprach man auch aufgrund der zahlreichen Après-Ski-Angebote vom „Kitzbühel Niederösterreichs“.

Pünktlich zu Ferienbeginn setzte ein Massenansturm an Touristen vor allem aus Wien ein, die hier einige unbeschwerte Urlaubswochen, oft waren es auch Monate, in der Postkarten-Idylle des Alpenvorlandes verbrachten. Eingesetzt hat die Tourismus-Welle mit dem Bau der Traisentalbahn, als Türnitz an die Westbahn und die Reichshauptstadt Wien angeschlossen wurde. Die ersten Sommerfrischler quartierten sich oft über die ganze Saison bei ihren Türnitzer Gastgebern ein, nicht selten entstanden hier langjährige Freundschaften. Und im Winter waren eigene Sportzüge unterwegs, die Schibegeisterte direkt ins Ortszentrum von Türnitz brachten.

Bis in die 1970er-Jahre hielt der Boom an, damals hieß es immer wieder: alles ausgebucht! Vermietet wurde, was gerade noch als Fremdenzimmer durchging. Oft um den Preis, dass den Gastgebern nur noch die Badewanne oder der Abstellraum zum Schlafen blieb. Mit den Veränderungen der Urlaubsgewohn-heiten und dem Schließen des Eibl-Liftes 2006 verringerte sich die Gästezahl, viele Betriebe mussten zusperren. Die Filmchronisten tauchen ein in das goldene Zeitalter des Tourismus in Türnitz und zeigen auch die Veränderungen seither.

Film: Herwig Niederer