Der Brettel-Bauer

Der Brettel-Bauer
In Produktion

Dieser Film ist noch in Arbeit und hier zu sehen, sobald die Produktion abgeschlossen ist. Hintergrundinfos zu diesem Projekt finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Der Brettel-Bauer
Ignaz Nutz und die Geschichte der Schi-Erzeugung in Annaberg

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts befasste sich der aus Ulreichsberg (Gmd. St. Aegyd am Neuwalde) stammende Ignaz Nutz mit der Entwicklung von Geräten, um das Vorankommen im schneereichen Gebiet rund um Annaberg zu verbessern. Er begann damit, Bretteln aus Eschenholz herzustellen, einfache Lederriemen dienten als Bindung. Damit war es plötzlich möglich, Entfernungen wesentlich leichter zu bewältigen als mit den althergebrachten Schneereifen. Bald schon wollten viele Annaberger solche Bretteln vom Nutz Naz, wie der Tüftler und Erfinder genannt wurde. Anfang der 1920er-Jahre startete Ignatz Nutz mit seinen Söhnen schließlich im Ortsteil Schmelz eine kleine Ski-Produktion.

Bereits wenige Jahre später wurden die Wiener Naturfreunde auf die Bretteln aus Annaberg aufmerksam und orderten eine erste Großbestellung. Nachdem die Kapazitäten der kleinen Schiwerkstätte dafür nicht ausreichten, wurde mit Unterstützung der Naturfreunde in der Schmelz eine neue Werkstätte errichtet. Die Schiprodukte aus der kleinen Niederösterreichischen Alpengemeinde wurden nun unter dem Markennamen INA (Ignaz Nutz Annaberg) auch überregional, vor allem in Wien vertrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschärfte sich die Konkurrenz, die großen Stückzahlen der arrivierten Firmen wie Fischer drückten die Preise derart, dass die Schiwerkstätte aus Annaberg nicht mehr mithalten konnte. Bald musste die Familie Nutz die Produktion auf andere Holzerzeugnisse verlagern, in den 1950er-Jahren kam die Schierzeugung endgültig zum Erliegen.

Im August 2020 waren die Filmchronisten dabei, als Ingrid Ehrenreich, die Enkelin der Brüder Nutz, nach vielen Jahren wieder die ehemalige Schiwerkstätte besuchte. Dort wo sie als Mädchen noch in der Produktion mitarbeitete, befinden sich heute von Doris Flandorfer behutsam renovierte Räume, und auch originale Nutz-Schi verschiedener Generationen sowie Objekte aus der alten Werkstätte blieben hier erhalten. Im Gasthaus Schmelz erinnern sich Annabergerinnen an den täglichen Schulweg, den man mit den Bretteln vom Nutz Naz zurücklegte und an eine Zeit, als die Schi noch kein Freizeitvergnügen sondern Alltagsgegenstände für den täglichen Gebrauch waren.