Die Früchte der Frauen

Die Früchte der Frauen
In Produktion

Dieser Film ist noch in Arbeit und hier zu sehen, sobald die Produktion abgeschlossen ist. Hintergrundinfos zu diesem Projekt finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Die Früchte der Frauen
Die Geschichten alter Obstsorten

„Bei vielen Besuchen auf Bauernhöfen ist uns aufgefallen, dass die Männer immer für das Mostobst und die Alkohol-Gewinnung zuständig waren und die Frauen für das Wirtschaftsobst und damit fürs Kochen!“, erzählen Gerlinde Handlechner und Martina Schmidthaler. Die beiden Pomologinnen, also Expertinnen für die Bestimmung von Obstsorten, sind seit vielen Jahren im ganzen Mostviertel unterwegs und leisten Pionierarbeit bei der Erforschung der Natur- und Kulturgeschichte des Obstbaus.

Die beiden Expertinnen sind DI Gerlinde Handlechner und DI Dr. Martina Schmidthaler sowie Martina Schenner vom Steinwandhof in Annaberg liesen die Filmchronisten an ihrem Wissen über alte Obstsorten teilhaben.

Am Annaberger Steinwandhof betreibt Martina Schenner eine Jahrhunderte alte Landwirtschaft mit Panoramablick auf den Ötscher. Hier stehen sie noch, die alten Obstbäume, die heute schon fast vergessene Apfelsorten tragen. Als Gerlinde Handlechner und Martina Schmidthaler den Steinwandhof besuchen, machen sie gleich eine schöne Entdeckung: hier finden sie eine ganz besondere, in dieser Form nur hier anzutreffende Apfelsorte, eine an diesen alpinen Standort angepasste Frucht, die sie als „Annaberger Maschanzker“ bezeichnen. Das ist auch der Lieblingsapfel von Martina Schenner, eine alte Sorte, die am Hof seit Generationen die Familie ernährt.

Es waren in der Tat fast immer die Frauen, die sich um eine möglichst ganzjährige Obstversorgung kümmerten. Nicht umsonst sprach man von Sommer-, Herbst- und Winteräpfel. Die Sortenvielfalt, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten reifenden Früchte, waren eine lebensnotwendige Voraussetzung für die Ernährungssouveränität am Hof. Mit dem Aufkommen der Fremdversorgung über Supermärkte war das Wissen um die besondere Qualität der alten Sorten fast schon vergessen. Umso eindrucksvoller vollzieht sich nun das, was Martina Schenner und die beiden Pomologinnen schon lange zu schätzen wissen: die Wiederentdeckung alter Obstsorten und die Kultivierung der Vielfalt, die im Zeitalter der Klimakrise zu einem Symbol für selbst bestimmte, regionale und somit Ressourcen schonende Ernährung werden.