Die Unbeugsamen

Die Unbeugsamen
In Produktion

Dieser Film ist noch in Arbeit und hier zu sehen, sobald die Produktion abgeschlossen ist. Hintergrundinfos zu diesem Projekt finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Die Unbeugsamen
Auf den Spuren der Puchenstubener Widerstandskämpfer in der NS-Zeit

Der Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland brachte auch für die gesamte Ötscher-Region einschneidende Veränderungen. Die vielfach mit großem Jubel begrüßten neuen Machthaber fanden schnell begeisterte Unterstützer in der Bevölkerung. Skeptiker und Gegner blieben in der Minderheit, zumal es gefährlich sein konnte, auch nur in Andeutungen gegen das NS-Regime aufzutreten. Umso bemerkenswerter ist die heute kaum mehr bekannte Tatsache, dass es in Puchenstuben einige erklärte Nazi-Gegner gab, die im Untergrund aktiv wurden. Im Umfeld der Mariazellerbahn formierte sich eine Gruppe, die für die „Rote Hilfe“ Spenden sammelte. Das war eine internationale Organisation, die Familien unterstützte, deren Erhalter aus politischen Gründen verhaftet worden waren. Die Puchenstubener Ludwig Karner, Karl Klapper und Johann Wutzl organisierten ein Spendennetzwerk, wo monatlich einige Reichsmark für die Rote Hilfe aufgebracht wurden. Diese Arbeiten erfolgten unter Lebensgefahr, denn solche Tätigkeiten galten als Hochverrat.

Die Puchenstubener Nazi-Gegner waren mindestens von März 1939 bis Sommer 1941 aktiv. Im Lauf des Jahres 1942 flog das konspirative Vorhaben auf, Ludwig Karner wurde wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu zehn, Johann Wutzl zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Auch Karl Klapper wurde inhaftiert, er starb am 5. November 1942 an einer „Bauchfellentzündung“. Der Bruder von Karl Klapper, Johann schloss sich zu Kriegsende der Widerstandsgruppe um Otto Kirchl und Josef Hieronymus-Trauttmansdorff an. Am späten Nachmittag des 13. April 1945 wurde Klapper und andere Kollegen der Widerstandsgruppe im St. Pöltner Hammerpark von SS-Männern erschossen.

Zusammen mit dem Frankenfelser Historiker Bernhard Gamsjäger haben sich die Filmchronisten auf Spurensuche begeben und die letzten Nachfahren der Puchenstubener Widerstandskämpfer besucht. Damit werden erste Schlaglichter auf dieses fast vergessene Kapitel der Zeitgeschichte im Ötscher:Reich geworfen.